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#1 Ein Paar im Cafe – Tatjana’s Kolumne

Meine liebe Leserschaft,

ein Wir entsteht nicht von alleine.
Und trotzdem glauben viele, es müsste einfach laufen.
Vielleicht, weil wir Romantik mit Realität verwechseln.
Vielleicht, weil wir vergessen, dass wir uns verändern. Vielleicht, weil wir glauben, dass Liebe einfach passiert und dann bleibt.

Ich saß neulich in einem Café, trank meinen Kaffee mit Sojadrink und vor mir lag mein Notizbüchlein, denn ich arbeite am liebsten überall, wo ich mich entspannen kann und meine Kreativität freien Lauf lassen kann. Ich möchte euch eine kleine Geschichte, na eher eine kleine Szene erzählen, was ich an dem Tag beobachtet hatte.

Als ich mich kurz umschaue, entdecke ich ein Paar, schätzungsweise Mitte 30 und ich entscheide mich für eine kurze Pause. Ich beobachte die Beiden auf der anderen Seite. Sie sitzen an einem kleinen runden Tisch hinten am Fenster, auf der Seite zum Garten, wo die Sonne scheint und die Blumen wunderschön erblühen, denn wir haben Frühlingsanfang. Sie sitzen sich gegenüber und zwischen ihnen stehen zwei Tassen Milchkaffee mit einem fluffigen Schaum oben drauf. Ihre Köpfe sind gesenkt, weil beide ihre Handys in der Hand halten und vollkommen vertieft hinein blicken. Und noch etwas Drittes, das man nicht sehen kann, war zwischen ihnen, nämlich Distanz. 

Sie schauen sich nicht an, sie sprechen nicht miteinander, sie sitzen nur da und sind mit der Außenwelt beschäftigt.

Ich frage mich plötzlich, was zwischen ihnen geschehen ist, dass sie dort gelandet sind. Haben sie ungeklärte Themen? Oder ist vielleicht etwas in der Familie geschehen? Vielleicht gabs bereits schwierige Herausforderungen und ihre Kräfte sind einfach nur noch dahin. Oder haben sie sich so von einander entfernt, weil sie einen unerfüllten Kinderwunsch haben und nun einfach nicht mehr wissen, wie sie miteinander reden sollen?

Mir kam es bekannt vor, denn ich weiß, was das Leben manchmal mit einem persönlich macht und was es mit meinem Gegenüber macht, kann ich nur vermuten, wenn er nicht mit mir spricht und sich äußert, was ihn beschäftigt.

Ich dachte daran, wie ihr Alltag aussieht, wie sie funktionieren und nebenher leben. Alles funktioniert, nur eines nicht, das Wir. Das Wir Gefühl ist leise und still geworden. Es ist untergegangen, aber nicht ertrunken, denn es ist noch da. Hörst du die kleine leise Stimme denn nicht? Sie ist in dir und ruft: „Ich bin hier unten, hörst du mich denn nicht? Hol mich hier raus.“

Ignoriere sie nicht, erdrücke sie nicht, gib ihr eine Chance gehört zu werden und du wirst merken, was sie zu sagen hat.

Du denkst vielleicht auch: „Er kann sich doch wieder mal bemühen. Wieso kann er mich nicht überraschen oder romantisch sein?“ Und andersrum denkt er „Wieso erwartet sie ständig von mir Romantik und Überraschung? Was ist mit mir? Ich will auch umsorgt werden.“

„Ich kann nicht mehr“, denken wohl beide, meinst du nicht auch?

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass in einer Beziehung immer zwei gehören und auch immer beide gehört werden sollen. Glaub mir, nicht nur dein Schmerz ist wichtig, sondern die deines Partners ist auch wichtig. Gib dir einen Ruck und stell einmal kurz dir eine Szene vor, die alles verändern könnte:

Sie blickt von ihrem Handy auf und schau ihren Mann an. Liebevoll und mit einem Lächeln im Gesicht, legt sie ihr Handy weg, lehnt sich zurück und nimmt ihre Tasse Milchkaffee. Sie trinkt einen Schluck ohne ihre Augen von ihm zu lassen und denk sich „welches Glück ich doch mi ihm habe“. Nach einigen kurzen Augenblicken spürt ihr Mann ihren Blick auf ihm ruhen und schaut auf und erschreckt kurz: „Was ist?!“ Das ist seine einzige Kurzschlussreaktion. Sie bleibt entspannt und lächelt und sagt ihm nur: „Ach, ich genießen den Augenblick hier mit dir und dachte nur daran, welches Glück ich doch mit dir habe. Mehr nicht.“ Er spürt ihre ehrlichen liebevollen warmherzigen Worte und kann nicht anders als sein Handy wegzulegen, nach ihrer Hand zu greifen, ihr einen liebevollen Kuss zu geben und ihre Worte zu erwidern: „Danke für deine wohltuende Worte. Ich liebe dich.“

Na, wie gefällt dir diese Szene? Magst du sie? Ist dir das zu kitschig? Meinst du, es ist unrealistisch? Kannst du es dir nicht mehr vorstellen? 

Was wäre, wenn… und du kannst es ändern. Denk immer daran, so wie es jetzt ist, gefällt es dir nicht, also hast du die Chance es zu ändern. Tue es für dich, tue es ohne Erwartung und bleibe offen, was passiert.

„Ein Wir entsteht nicht von alleine.“

Und mit diesen Worten möchte ich mich für heute verabschieden.

💛 Deine Tatjana

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